Im Rahmen der Ausbau- und Elektrifizierungsmaßnahmen im Planfeststellungsabschnitt 1.5 der ABS 38 wurde in einem Gespräche zwischen der DB Netz AG und dem BMVI am 2. September die weitere Vorgehensweise zur der Trassenfindung festgelegt. Hintergrund ist die gewünschte Alternativplanung der Stadt Dorfen, nach der die Bahnstrecke in einem Trog durch das Isental geführt werden soll. Die Vorzugsvariante der DB hingegen sieht eine ebenerdige Umfahrung der Stadt auf der Bestandsstecke mit Schallschutz vor (Detailplanung siehe unten). Nach Angaben letzterer weist die vorgelegte Alternativprüfung der Stadt Dorfen technische Mängel auf. Zudem würden Fragen des Natur- und Artenschutzes nicht hinreichend geklärt. Demnach bestehe nach Auskunft der DB Netz AG ein „finanzielles Risiko im hohen zweistelligen Millionenbereich und ein Terminverzug von bis zu fünf Jahren.“ Im Oktober sollen die eingebrachten Punkte in einer gemeinsamen Klausurtagung besprochen werden. Auch seitens der Geschäftsstelle der „Magistrale für Europa“ hofft man auf einen konstruktiven Dialog. Eine Verzögerung im Ausbau der ABS 38 um mehrere Jahre kann nicht im Interesse der Kommunen und Arbeitnehmer entlang der Strecke liegen. Allein über die Strecke München – Mühldorf (- Burghausen) laufen nach einem Gutachten der Initiative etwa ein Prozent des deutschen Schienengüterverkehrs. Die Region um das bayerische Chemiedreieck ist mit seinen 20.000 Beschäftigen einer der größten Chemie-Standorte Deutschlands. Doch nicht nur die regionale Wirtschaft profitiert von einem zügigen Ausbau der Schieneninfrastruktur, der Standort hat auch eine tragende Rolle als Drehkreuz für Waren aus den Mittelmeerhäfen sowie nach Südwestdeutschland und Osteuropa.

Hintergrund: Die Planungen der Bahn in Dorfen sehen einen etwa 400 bis 500 Meter langen Trog westlich des Bahnhofs vor. Zudem sind drei Straßenüberführungen, eine Eisenbahnüberquerung und weitere Schienenquerungen geplant. Die Stadt Dorfen hingegen wünscht eine tiefergelegte Trasse auf einer Länge von 4,4 Kilometern, mit einer maximalen Aushubtiefe von 9 Metern und einer maximalen Breite von ca. 48 Metern im Endzustand. Die Präsentation der DB beim BMVI sowie eine Visualisierung des Alternativvorschlags finden Sie hier.

Quelle: DB Netz AG